Chronik

Eine kurze Geschichte

Der Sportverein Justiz Graz wurde im August des Jahres 1947 vorwiegend von Beamten der Justizdienststellen in Graz gegründet und hat seine sportliche Tätigkeit mit zwei Sektionen, und zwar Fußball und Handball, die letztere Sektion auch mit einer Damenmannschaft, begonnen. Mit der Gründung haben sich die Herren Dr. GILK und ZENTNER besonders verdient gemacht.

Die Fußballsektion wurde unter der Leitung von Herrn WALISCH aufgebaut und nahm nach einigen Probespielen gleich am Meisterschaftsbetrieb teil. Sie wurde vom Verband in den Kreis Graz-Ost eingeteilt. Den 3. Platz, den die Mannschaft erreichen konnte, war für die Sektion Fußball ein sehr guter Anfangserfolg. Die ersten Jahre nach der Gründung, in denen der Sportverein Justiz mit Rücksicht auf die in den Nachkriegsjahren bestandenen finanziellen und sonstigen Schwierigkeiten- insbesondere hinsichtlich der Platzbeschaffung – zu kämpfen hatte, waren dem allgemeinen Aufbau und der Mitgliederwerbung gewidmet.

Bereits im Spieljahr 1949/1950 konnte die Fußballmannschaft im Meisterschaftsbewerbes des Kreises Graz des Steirischen Fußballverbandes den Meistertitel und damit den Aufstieg in die 1. Klasse Graz erreichen. Für diesen Erfolg zeichneten sich Spieler verantwortlich, die im Dienste der Justiz standen, und zwar waren dies die Herren KEUSCH, WIESNER, HEIMEL, WEIß und SCHMIDT. Der Weg der Sektion Fußball stieg weiterhin steil nach oben und die Mannschaft wurde im Spieljahr 1950 wiederum Meister im Kreise Graz, wobei die Statistiker damals besonders hervorgehoben haben, dass die Mannschaft des SV-Justiz Graz in bezug auf die erzielten Tore an der Spitze sämtlicher Meisterschaftsvereine Österreichs gestanden sind (bei einem Torverhältnis von 127:16).

Nach anfänglichen Erfolgen in der 1. Klasse Graz kam es jedoch wieder zum Abstieg, die Sektion Fußball ließ sich jedoch nicht entmutigen und die Kampfmannschaft schaffte nach zwei Jahren neuerlich den Aufstieg in die 1. Klasse Graz.
Die weiteren Jahre brachten der Fußballsektion abwechselnd Erfolge im Meisterschaftsbewerb der 1. Klasse Mitte und der 1. Klasse Süd, wobei die Fußballsektion bei der Installierung einer Jugendmannschaft ihr Augenmerk auch auf die Ausbildung und Heranziehung des Nachwuchses lenkte, daneben aber noch weiter die sportliche Betätigung älterer Jahrgänge durch Zusammenfassung in einer Reserve und Altherrenmannschaft ermöglichte. So konnte der sportliche Wettbewerb in der Fußballsektion mit verschiedenen Vereinen in der Steiermark, in Kärnten und Oberösterreich aufgenommen werden. Diese Kontakte wurden über Jahre hinaus gepflogen, wobei die noch heute erhaltenen Pokale und Wimpel über die Erfolge der damaligen Mannschaft Zeugnis ablegen.

In diese Zeit fällt auch die Aufnahme besonders enger sportlicher Beziehungen zum Sportverein Puch-Graz, der über eine eigene Sportplatzanlage verfügte, wodurch die Fußballsektion Dank dem Entgegenkommen des genannten Sportvereines damals eine Heimstätte finden konnte.

Im Meisterschaftsbewerb des Steirischen Fußballverbandes in der 1. Klasse Süd errang die Kampfmannschaft im Spieljahr 1958/1959, den Herbst- wie auch den Frühjahrsmeistertitel und damit den Aufstieg in die Unterliga Süd. Wir konnten und zwei Jahre lang in der Unterliga halten und mussten danach den bitteren Weg des Abstiegs in die 1. Klasse Graz kennen lernen. Unsere Fußballer ließen sich abermals nicht entmutigen und kämpften in den unteren Klassen des Steirischen Fußballverbandes weiter.

Im Jahr 1972 schaffte die Kampfmannschaft die Rückkehr von der 2. Klasse in die 1. Klasse, wo wir 1972 wieder Meister dieser Klasse wurden. Im Sommer 1973 stieg der SV-Justiz in die neugeschaffene Gebietsliga Süd-West auf. Diese Liga war jedoch für unsere Mannschaft effektiv zu stark, sodass es wieder zu einem Abstieg aus dieser Klasse kam. Im Jahr 1974/1975 nahm unsere Mannschaft am Meisterschaftsbetrieb der 1. Klasse teil.

Durch die Überalterung der Mannschaft einerseits und in Folge der notgedrungenen Übersiedelung vom Puch-Platz auf die Anlage des Postsportvereins andererseits, stieg die Mannschaft in die 2. Klasse Graz A ab.
Ab der Saison 1978 erfolgte eine Übersiedelung auf den Sportklubplatz, da der Postsportverein eine Weitervermietung des Platzes ablehnte. Ab der Saison 1979/1980 benützten wir die Sportanlagen des Steirischen Fußballverbandes in der Herrgottwiesgasse.

Zum damaligen Zeitpunkt verfügte der Sportverein Justiz über drei ausübende Sektionen, nämlich die Sektion Fußball, die Sektion Tennis und die Sektion der Eisschützen, mit einem Mitgliederstand von 223 Mitgliedern und war darauf bedacht, seinen Mitgliedern eine sportliche Betätigung in den erwähnten Sportzweigen zu ermöglichen.

Im Sommer des Jahres 1987 feierte unser Verein sein 40-jähriges Bestandsjubiläum mit einem Spiel gegen den SK Sturm sowie mit einem Empfang des Vorstandes durch den damaligen Stadtsportrat Werner STOISER. Bei dieser Gelegenheit erfolgte eine Ehrung der Langzeitobmänner Landesgerichtspräsident Dr. SCARIA und Senatspräsident Dr. FUCHS. Gleichzeitig wurden verdiente Vorstandsmitglieder, Funktionäre und Mitglieder ausgezeichnet: Dr. HOCHNETZ, Dr. FEIL, Hofrat WEISS, Regierungsrat BARONIGG, die jahrzehntelangen Sektionsleiter PACHERNEGG, SAUSENG sen., SCHERF und GASSMANN.

Namen wie Karl GOLLE, Karl HEYER, HEINZL, KEUSCH, Dr. INNERWALD, HEIMEL, SCHUCHLENZ, FABSITS, Hofrat Dr. STANZER, NEUHERZ, KLATZER, SCHMIDT sowie die Langzeitrechnungsprüfer LUCHERBAUER, LIECHTENEGGER, AUERNIG, SCHARLER, ZARIDITSCH, SAUSENG jun. und KROKOL sind untrennbar mit dem Verein verbunden.
In der Saison 1987/1988 spielten wir in der 2. Klasse Graz-Süd. Am 31. Oktober 1987 wurde die Sektion der Eisschützen eingestellt, sodass der Gesamtverein ab diesem Zeitpunkt nur mehr über die Sektionen Fußball und Tennis verfügt.
Nach einer Umstrukturierung seitens des Steirischen Fußballverbandes im Jahr 1993/1994 (Auflösung der 2. Klassen) spielte der SV Justiz in der 1. Klasse Graz-Mitte A und bezog die neue Heimstätte im Areal des LSKH-Graz. Sektionsleiter Michael GASSMANN sowie die gesamte „Gassmann-Dynastie“ prägte ein Jahrzehnt lang das Geschehen im Verein.

Im Jahre 2003 kehrte der SV Justiz wieder auf die Anlage des STFV zurück.
Seit April 1985 führt Dr. Erich STANZER als Obmann die Geschicke des Vereins, wesentlich unterstützt von den Vorstandsmitgliedern DR. EICHELTER, Gerhard und Herbert SCHEUCHER, Yrene CAMAIONI, Dr. LAMBAUER, Dr. WENZL, Dr. TSCHAUNER und RA Dr. BARTL.

In der Saison 2002/2003 wurde der SV Justiz Vizemeister der 1. Klasse Mitte A und steigt erstmalig nach 30 Jahren in die Gebietsliga Mitte auf.

Der Verbleib in der Gebietsliga hielt jedoch nur eine Saison an und der SV Justiz musste den Weg zurück in die 1. Klasse bestreiten.

Das erste Jahr nach dem Abstieg wurde auf dem zufriedenstellenden 4 Tabellenplatz abgeschlossen. Doch der wirklich große Erfolg sollte sich erst in der Saison 2005/2006 einstellen. Der SV Justiz wurde das erste Mal in der Vereinsgeschichte Meister in der 1. Klasse Mitte B mit einem überlegenen Vorsprung von 11 Punkten.

Dadurch wurde für die Saison 2006/2007 der Wiederaufstieg in die Gebietsliga ermöglicht.

Das erste Jahr nach dem Abstieg wurde auf dem zufriedenstellenden 4. Tabellenplatz abgeschlossen. Doch der wirklich große Erfolg sollte sich erst in der Saison 2005/2006 einstellen. Der SV Justiz wurde das erste Mal in der Vereinsgeschichte Meister in der 1. Klasse Mitte B – und das mit einem überlegenen Vorsprung von 11 Punkten auf den zweitplatzierten FC Graz. 16 Siege, 6 Unentschieden und nur 2 Niederlagen sprachen eine deutliche Sprache, der Wiederaufstieg in die Gebietsliga war somit fix.
Und so lautete die vielumjubelte Meistermannschaft – sie alle haben zu diesem großen Wunder beigetragen:
Richard Beer, Toni Jokesch, Jürgen Rossmann, Gerald Strohmeier, Thomas Russ, Martin Prosser, Uwe Strgar, Moritz Christian Wallner, Klemens Ammann, Markus Hofstätter, Bernd Wurnig, Stefan Haydn, Günther Maier, Philip Leon Ruthofer, Stephan Koch, Michael Kainz, Erik Steinhofer, Richard Wurzer, Roland Werner Unterholzer, Burkhard Poschinger, Thomas Hinteregger, Georg Ammann, Martin Sagmeister, Michael Szmej, Gerald Jarnig, Reinhard Rottensteiner, Peter Fritsch, Leo Breisach, Meik Preussler, Jörg Krobath, Nikolaus Vasiljevic, Stephan Stipsits, Franz Almer, …
Sollten wir jemanden vergessen haben, dann möge er sich bitte melden!

Die Saison in der Gebietsliga Mitte (2006/07) war allerdings alles andere als erfolgreich. Oder war es vielleicht die Sehnsucht nach der 1. Klasse, die den SV Justiz dazu veranlasste, lediglich 9 Punkte zu holen? Nach dem 14. Platz in der Meisterschaft ging es wieder „back to the roots“, also runter in den Keller. Seit damals spielt man ununterbrochen in der 1. Klasse Mitte (meistens B, einmal A).
Die Platzierungen am Ende der letzten Saisonen: Platz 5, Platz 9, Platz 7, Platz 3, Platz 5, Platz 5, Platz 5, Platz 5, Platz 5, Platz 6;
Sie zeigen, dass es einen Trend zum ungeraden Tabellenplatz gibt – so gesehen kann es nur eine Frage der Zeit sein, bis einmal Platz 1 erreicht wird ;-)

Leider verstarb im April 2014 der langjährige Präsident Dr. Erich Stanzer. Mit ihm ging ein großer Teil des Vereins, die Lücke, die er hinterließ, ist nur ganz schwer zu schließen. Sein Nachfolger war Mag. Bernd Wurnig, ehe Mag. Heri Hahn im Juli 2016 zum Obmann gewählt wurde. Im August 2017 feierte der SV Justiz ein würdiges 70-Jahre-Fest auf der Anlage des StFV – und alle, die dabei waren, wissen: So schön feiert nur der SV Justiz. Wie das wohl einmal werden wird, wenn es tatsächlich ein zweites Wunder geben wird und dieser ominöse Platz 1 doch erreicht wird...